Menschen an der Arbeit – Fotoporträts

Die Porträts von unterschiedlichsten Berufsleuten sind innert rund 10 Jahren entstanden, das letzte 2011. Den meisten Lebens- und Arbeitsgeschichten ist eine Aktualisierung angefügt worden, in der berichtet wird, was sich seit der ersten Veröffentlichung verändert hat.

Die Porträts enthalten immer eine Fotostrecke und einen Text. Sie stellen Menschen vor, die eigene Wege gegangen sind. Menschen wie «Du und ich», die etwas gewagt, erkundet, versucht haben; das Scheitern riskiert haben. Ihre Wege sind nicht kopierbar. Jeder Mensch geht seinen eigenen Weg. Aber diese Geschichten können Ihnen Impulse geben und Mut machen, auch Ihren eigenen Weg zu gestalten.

Texte und Bilder: Peter Gisler

Hans Alder, Velo- und Kanuladen-Inhaber

Hans Alder, Velo- und Kanuladen-Inhaber

1949 in Feuerthalen geboren. Aufgewachsen am Rhein, mit dem Rhein, im und auf dem Rhein. Mit 12 Jahren aus Shell-Fässern in mehreren Schritten ein flusstüchtiges Floss entwickelt. In der Oberstufe mit einem Schulkollegen ein geniales Kleinboot gebaut und mit einem Regenschirm als Segel reisefähig gemacht. Kapitän Hornblower lässt grüssen.

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«anundpfirsich» – Improvisationstheater www.pfirsi.ch

«anundpfirsich» – Improvisationstheater www.pfirsi.ch

Improvisations-Theater ist, wenn sich eine Truppe auf die Bühne stellt vor erwartungsfrohe Zuschauende, aber nicht weiss, was sie spielen wird. Dazu gehört ein ebenso unwissendes Publikum. Dieses wirft in der Folge Stichworte nach vorne und die Improleten, wenn man schwer arbeitende Improvisierende so nennen darf, lassen daraus Bilder entstehen. «Wir kommen mit leeren Köpfen auf die Bühne» sagen die Pfirsiche kokett, obwohl ihre Schädel prallvoll sind. Dann lassen sie alles raus. Leer sind die Bretter – es gibt kein Bühnenbild, keine Souffleuse, keine Regie. Geschichten bauen die Pfirsiche aus dem Moment, aus dem was zugeworfen wird, was zu sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen ist und aus der Fülle im Kopf. Offenheit ist gefragt und nicht die Grabung nach dem nächsten Witz in der Denkerstube. Sie arbeiten nach vorne, holen sich aber immer wieder, was sich bereits gezeigt hat. Das ist letztlich hohe Schule.

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F&A anundpfirsich
Porträttext Anna
Porträttext Christian
Porträttext Frank
Porträttext Matthias
Porträttext Simon

Christoph Bächler, der Tierarzt

Christoph Bächler, der Tierarzt

Der stämmige Bächler ist im Begriff, in den Praxiswagen einzusteigen, welcher ausgerüstet ist mit allem Nötigen, um bei Kunden fast jede Behandlung durchführen zu können, als Senior-Bauer Huber eintrifft und mit besorgter Miene auf den Tierarzt zu steuert: «Chönd ihr bi üs verbiicho? De Emma gaats nid güet». Das heisst, er möchte, dass Bächler so bald wie möglich auf den Hof seines Sohnes kommt, da es dem Schwarzfleckrind Emma nach einer schweren Geburt schlecht geht. Weil Hubers Hof am Weg liegt, entscheidet sich der Arzt, die Visite der disponierten Tour vorzuschalten. Er informiert die Zentrale, lässt Verdi, einen Cairn Terrier, ins Auto springen und fährt los. Er durchquert Brunnen, lenkt in die Axenstrasse und kurvt dann Richtung Morschach den Berg hoch, vor Augen die atemberaubende Sicht auf Urnersee und Seelisberg.

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Fredi Battistini, der Bildhauer

Fredi Battistini, der Bildhauer

Alfredo Battistini, das heisst Wille! Unbändiger Wille! Dazu kommen ein Schuss Radikalität, athletische Kraft, italienisches Temperament und eine grosse Portion Herz! Der Name Alfredo Battistini steht auch für drei Themen: Paraplegie, Sport und bildnerisches Schaffen.

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Sam Berger, der Flieger

Sam Berger, der Flieger

Sam fährt auf den Flughafen, ruft auf einem allen Airlines zugänglichen Computer den Standort «seines» Flugzeuges und die Immatrikulation ab. Dabei erfährt er, dass die Maschine bereits gelandet ist. Angekommen im Briefing-Room checkt er sich mit dem Batch ins System ein und empfängt ein Briefing-Sheet, unter anderem mit Angaben über die Crew, die sich immer wieder neu zusammensetzt.

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Bettina Böhler, die Filmeditorin

Bettina Böhler, die Filmeditorin

Aus räumlicher Distanz betrachtet scheint eine Filmeditorin vor allem Computer-Fachfrau zu sein. Hard- und Software sind ideale Werkzeuge, um ihr breites Know-how im Umgang mit Bild und Ton effizienter als früher am Schneidetisch umzusetzen. Das Tempo, mit dem alles geschieht, macht die Arbeit jedoch ungeheuer intensiv und fordert Sinne und Konzentration maximal!

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Beat Bühlmann, der Inland-Redaktor

Beat Bühlmann, der Inland-Redaktor

Um 07.26 Uhr besteigt Beat Bühlmann in Sursee die Eisenbahn und trifft um 08.30 in der Zürcher Metropole ein. Vom Bahnhof ins Büro dauert es weitere 10 Minuten. Die Bahnfahrt hat er genutzt, um die NZZ und den Tages-Anzeiger zu lesen. Im Büro verarbeitet er als erstes die Mails – unter anderem Newsletters, Einladungen, Reaktionen auf Artikel, selten Reklamationen.

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Brigitta Fink, die Bar-Psychologin

Brigitta Fink, die Bar-Psychologin

Signora Brigitta Fink ist Stadtzürcherin, Psychologin, Berufsberaterin, Supervisorin und Bildungsfachfrau. Sie wächst in Höngg auf. Vernunft ist die Devise in ihrer Familie, Gefühlsbekundungen sind nicht opportun. Sie lernt, die Ruhe zu bewahren, das Analysieren und Argumentieren. Schon als Jugendliche interessiert sie die Verhaltensforschung von Konrad Lorenz. Der Weg zur Psychologie ist logisch.

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Daniel Fischer und Lukas Wunderlich, die Ausbildner für Gewaltprävention

Daniel Fischer und Lukas Wunderlich, die Ausbildner für Gewaltprävention

«Aggression und Gewalt sind komplexe Phänomene, denen wir im agogischen, therapeutischen und pflegerischen Alltag immer häufiger begegnen» schreiben die beiden auf ihrer Homepage. Darauf reagieren sie mit dem Angebot ein- und mehrtägiger Schulungen. Auf die Frage, wie es begonnen habe, lautet die Antwort: «Irgendwann haben wir gesagt, jetzt machen wir es» erzählt Lukas Wunderlich.

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Marcus Leicher, der Steinbildhauer

Marcus Leicher, der Steinbildhauer

Von Flörsheim am Main, wo er geboren wird, Eddersheim, wo er aufwächst, über Frankfurt am Main, wo er die Lehre durchlebt und danach durch halb Europa als Wanderbursche zockelt, bis nach Berlin, wo er nun seit 20 Jahren mehr oder weniger sesshaft lebt und schafft, ist Marcus Leicher in einem der Gleiche geblieben: er ist ein Unangepasster.

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Martin Rüegg, der Werbetexter und Konzepter

Martin Rüegg, der Werbetexter und Konzepter

Herr und Frau Zielpublikum begegnen auf ihrem Arbeitsweg, in der S-Bahn, bei der Zeitungslektüre, während den Surfgängen im Internet oder im Umfeld der Tagesschau auf Schritt und Tritt den unterschiedlichsten Werbebotschaften. Jedes Bild, ob stehend oder bewegt, jeder Text – sie alle haben eine Vorgeschichte.

Einer der Vorgeschichte schreibt, ist Martin Rüegg. Texter und Konzepter mit Beraterhintergrund. Werber. Mit jeder Faser. Auf seinem Arbeitstisch liegen stets mehrere Projekte in verschiedenen Stadien.

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Dani Schaffner, der Museumstechniker

Dani Schaffner, der Museumstechniker

Auf den ersten Blick würde niemand sagen, er führe spektakuläre Leben. Leben in der Mehrzahl ist angebracht, sind es doch eigentlich deren drei. Dabei tut er nichts heimlich, sondern ganz selbstverständlich mit- und nebeneinander. Dani Schaffner der Hausmann, Museumstechniker und Freejazzer.

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Markus Schmid, der Innenausbauer

Markus Schmid, der Innenausbauer

Der schlanke Mann mit dem klaren, wachen Blick misst rasch und geschickt mit dem Laser die Fläche für die steinerne Küchenablage aus. Die Natursteinplatte wird später winkel- und millimetergenau zugeschnitten, gemäss bereits bestimmtem Termin angeliefert und auf den fertig montierten Unterbauten befestigt.

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Ruth Schmid, die Fachfrau TCM

Ruth Schmid, die Fachfrau TCM

Sie ist eine Bewegte! Sie, Ruth Schmid, im Herzen des oberen Zürcher Oberlandes aufgewachsen, mit der Natur verbunden, stets gerne auf den Füssen oder auf dem Velosattel in Bewegung. Sie lebt die Themen ihres bisherigen Lebens in integrierter Form. Es ist für sie wie ein Puzzle, die Teile fügen sich zu einem Bild, das zunehmend reicher wird.

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Kathrin Trautwein, die Farbenfrau

Kathrin Trautwein, die Farbenfrau

«Farbe war immer ein Kulturgut mit regionalen Bezügen, das nicht viel kosten durfte», führt Katrin Trautwein aus. Das Weiss der Solothurner sei kaum aus italienischem Marmor gewesen, sondern vom Weissenstein, es habe in einem natürlich gebrochenen Ton die Fassaden und Innenräume geprägt. Eine an sich begrenzte Palette aus Naturfarben habe in allen Epochen des Kulturschaffens Gültigkeit gehabt – vom Ultramarin zum Beispiel bis zum Zinnoberrot und Ockerfarbtönen.

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Evelyn von Känel, die Sonderpädagogin

Evelyn von Känel, die Sonderpädagogin

Minderheiten sind ihr ein Anliegen. So könnte die Bilanz dieses Textes lauten. Allerdings wird ihr die Reduktion auf einen einzelnen Begriff nie gerecht. Evelyn von Känel lässt sich nicht in ein Klischee pressen. Die Lehrkraft für Kinder und Erwachsene, Sonderpädagogin, Reittherapeutin, Familienfrau, Mutter eines schwer behinderten Sohnes, Ponyhoffrau, Engagierte in sozialen und gesellschaftlichen Fragen wäre als Leichtathletin (mindestens) Siebenkämpferin.

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Nachtisch