Glossar

Ein Glossar kann nie vollständig sein. Dies will es auch nicht annähernd sein. Es sind Begriffe, die Sie als Arbeitnehmende und Stellensuchende beschäftigen können. Einiges, was nicht hier steht, hat mit den Inhalten im Ratgeber «Das Laufbahnbuch» zu tun und wird dort ausführlich erläutert. Es kann sein, dass Sie nach Begriffen suchen, die weder im Buch noch im Glossar stehen. Dann steht es Ihnen frei, der Betreuerin der Website vorzuschlagen, den Begriff im Glossar aufzunehmen. Sie wird das prüfen.

A

Arbeitsmarktfähigkeit
Arbeitsmarktfähigkeit definiert sich durch die Kompetenz von Arbeitnehmenden, in eigenverantwortlicher Haltung erfolgreich Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden, im Markt zu bestehen, die Kompetenzen den Marktbedürfnissen entsprechend à jour zu halten, am Arbeitsplatz gute Leistungen zu erbringen und sich weiter zu entwickeln.
Assessment-Center AC
Assessments durchzuführen, ist recht verbreitet, vor allem für Kaderpositionen. Der Grund liegt darin, dass in den AC-Übungen (zum Beispiel Rollenspiele) direkt das effektive Verhalten, also der «Tatbeweis» erfasst wird. Gruppen- wie Einzelassessments sind in Aufbau, Übungsanlage und Zeitumfang je nach Anbieter und Bedarf des Unternehmens unterschiedlich. Werden die in der Psychologie geltenden Regeln der objektiven, systematischen Verhaltensbeobachtung und Verhaltensbeurteilung angewendet und mit Respekt und Sorgfalt kommuniziert, so können Assessments einen sehr sinnvollen Beitrag zum umfassenden Verständnis von Persönlichkeiten in Bezug auf die jeweilige Position leisten. Sie bieten ein wertvolles Instrument in der Prüfung von Fähigkeiten, Potenzial und Entwicklungsmöglichkeiten. Auf ein Assessment kann man sich kaum spezifisch vorbereiten. Es gibt allerdings Literatur mit Übungsbeispielen und Erfahrungsberichten. Hilfreich ist sicher auch die mentale Vorbereitung, indem man eine positive, neugierige Haltung aufbaut, sich bewusst zutraut, mit jeder Situation umgehen zu können, sich in Gelassenheit übt und die Fähigkeit, sich zu exponieren, trainiert. Oft wird im Rahmen des Assessments eine Selbstpräsentation verlangt, welche grundsätzlich inhaltlich vorbereitet werden kann.
Attachment
Auch Anlage, Anhängsel, Beilage genannt. Dokument das mit dem E-Mail mitgeschickt wird.

B

Berufsberatung
Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung steht für sehr unterschiedliche Fragen und Anliegen zur Verfügung, zum Beispiel für:
  • Jugendliche, die vor der Berufs- oder Studienwahl stehen
  • Eltern, Lehrerinnen und Lehrer oder andere Bezugspersonen, die ihnen dabei behilflich sein möchten
  • Erwachsene, die sich Gedanken machen über ihre berufliche Zukunft
  • Berufliche Umsteiger, Umsteigerinnen
  • Stellenlose auf der Suche nach neuen Wegen
  • Frauen und Männer, die einen beruflichen Wiedereinstieg erwägen
  • Die Plattform der Berufsberatung ist www.berufsberatung.ch
Berufsinformationszentrum BIZ
Angebote der öffentlichen Berufs- und Laufbahnberatung zur Selbstinformation über Berufsbilder, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten; in der Regel sind unangemeldete Besuche und kurze Informationsgespräche möglich.
Bildungsweg
Unter dem Begriff lässt sich im Lebenslauf einer be-Werbung alles einreihen und nach Situation konfigurieren:
  • Grundschule, Lehre, Studium, Aus- und Weiterbildungen aller Art, Learning on the Job und so weiter
  • in der Regel werden die Stationen in umgekehrter Chronologie, aus der Gegenwart rückwärts aufgelistet, das kann aber im Einzelfall anders sein
  • welche Stationen in welcher Gewichtung aufgelistet werden, bestimmen die Anforderungen der Stelle
Bogenkarriere
Der Begriff ist mit den Überlegungen zu Arbeit und Alter entstanden. Damit ist gemeint, dass ältere Mitarbeitende, vor allem im Kaderbereich, Verantwortung abgeben, ihre Kompetenzen in anderen Funktionen einsetzen. Vor allem da, wo reiche Erfahrung, Urteilsfähigkeit, Besonnenheit, Sicherheit eine Rolle spielen. In ihrem letzten Laufbahnabschnitt erbringen sie projektbezogene Beratungsdienstleistungen oder unterstützen Nachwuchskräfte mittels Mentoring. Es ist denkbar, dass sie kontinuierlich Arbeitszeit reduzieren, aber auch, dass sie über das ordentliche Pensionsalter hinaus arbeiten.
Burnout
Der Begriff ist populär geworden, das Phänomen ist alt. Menschen brennen aus bis zur totalen emotionalen Erschöpfung. Betroffene verlieren Lust am Arbeiten, oft auch am sozialen Leben, sie verlieren ihre Leistungsfähigkeit. Oft gehört dazu eine Depression. Es sind oft Personen mit einer ausgeprägten Arbeits- und Leistungsorientierung, mit grossem Pflichtgefühl betroffen. Das führt in der Situation des Ausbrennens nicht selten in einen Teufelskreis, da die Betroffenen den Leistungsrückgang mit noch mehr Einsatz wettzumachen versuchen.

C

CV Curriculum Vitae
Das Curriculum Vitae, oft einfach CV genannt, ist ein beruflicher Lebenslauf. Es wird gelegentlich auch Vitae Cursus genannt oder Résumé.
Coaching
Coaching bietet eine geschützte Plattform für Offenheit, Wertschätzung und Hinterfragung. Im Coaching erfolgt eine Auseinandersetzung mit der eigenen beruflichen Funktion und Rolle. Dabei werden Fragen nach Persönlichkeit und Ressourcen in Beziehung gesetzt zum aktuellem Geschehen und Handeln. Zielsetzung ist in der Regel die Reflexion sowie die Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten und Kompetenzen. Resultat ist ein geschärftes Bewusstsein, eine Differenzierung und Weiterentwicklung von Rolle und Identität.

D

Direkt-be-Werbung
Siehe Spontan-be-Werbung
Demografischer Wandel
Weil die geburtenreichen Jahrgänge der Babyboomer bereits zahlreich in Pension gehen und der Nachwuchs aus den geburtenarmen Jahrgängen stammt, rechnen Arbeitgeber mit einem Mangel an Nachwuchskräften. Die «50Plus» gewinnen so wieder an Stellenwert und sind darum aufgefordert, ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu pflegen.

E

Education Permanente
Wir leben heute in einer Zeit des rasanten technologischen Wandels und der rasch fortschreitenden Globalisierung. Die Märkte stehen in hartem Konkurrenzkampf. Für die Arbeitnehmenden bedeutet das Druck, fachlich stets auf einem aktuellen Stand zu bleiben. Da auch die Alltagstechnologien von Handy, Internet bis zum Billetautomaten sich stets erneuern, trifft der Appell des lebenslangen Lernens alle Menschen.
Eigenverantwortung
In der heutigen Zivilgesellschaft, ebenso im Arbeitsmarkt ist die Forderung nach Eigenverantwortung gross. Um als Bürger selbstständig Handeln zu können, für Reden, Tun und Nichttun gerade stehen zu können, braucht es viel Reife und Lebenstüchtigkeit. Mit dem demografischen Wandel kommt gleichzeitig die Erwartung auf den einzelnen älteren Menschen zu, sich vermehrt bürgerschaftlich zu engagieren.
Employability
Siehe Arbeitsmarktfähigkeit
Entscheidungen
«Me cha nöd de Föifer und's Weggli ha!» Ständig, ob es uns recht ist oder nicht, stehen wir vor Entscheidungen – alltäglichen, kleinen, einfachen und tief greifenden, schwierigen, gar schmerzhaften Entscheidungen. Eine Entscheidung ist eine bewusste Wahl aus mindestens zwei verschiedenen, sich gegenseitig ausschliessenden Möglichkeiten. Ausgangspunkte für (rationale) Entscheidungen sind Ziele (möglicherweise abgeleitet von Visionen). Ziele sind wünschbare Zustände in der Zukunft. Grundlage von Zielen und damit auch von Entscheidungen und Handlungen können Werthaltungen sein. Erste Zielformulierungen bilden nicht immer ausreichende Entscheidungsgrundlagen. Das Formulieren und Erreichen der Ziele und Teilziele erfordert zusätzliche Schritte, zum Beispiel Rechercheschritte. Wenn ein Zielzustand genügend Veränderung verspricht, entsteht Motivation für Entscheidung und Handlung.
Entwicklung
Entwicklung wird heute als lebenslanger Prozess verstanden. Jeder Mensch hat demnach ein Potenzial für Veränderungen über die gesamte Lebensspanne. Zu den Begriffen «Entwicklungspsychologie der Lebensspanne», «Entwicklung als Lebensaufgabe», «Education Permanente» oder «lifelong learning» lässt sich schlüssig der Begriff «lebenslange Lebensgestaltung» gesellen. Es gibt unterschiedliche Wege der Entwicklung. Das kann in verschiedenen psychischen Dimensionen und in verschiedenen Lebenskontexten sein.
Europäisches Sprachenportfolio
Das Europäische Sprachenportfolio orientiert sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen, der vom Europarat geschaffen wurde. Sprachenportfolios gibt es in zahlreichen europäischen Ländern, in vielen Sprachen und für verschiedene Altersstufen vom Kindergarten bis zum Erwachsenenalter. Siehe Link-Verzeichnis.
Europass
Der Europass ist ein kostenloser Service der Europäischen Union. Er fördert die europäische Mobilität und unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der Darstellung ihrer Qualifikationen und Kompetenzen im Arbeits- und Lernumfeld. Siehe Link-Verzeichnis.
Executive Search
Im deutschen Sprachraum wird auch von Direktsuche oder Direktansprache gesprochen. Im Slang hört man die Bezeichnung «Headhunter». Betrieben wird das diskrete Metier von meist hoch kompetenten und erfahrenen Beratern, die über weitgespannte Beziehungsnetze verfügen. Sie sprechen im Auftrag von Unternehmungen Kandidaten für Spezialisten-, meist aber für Top-Führungsfunktion direkt an, um deren Interesse für eine bestimmte Herausforderung zu sondieren. Gegebenenfalls führen sie die Verhandlungen bis zur Unterzeichnung des Kontraktes.

F

Fremdbild
Wir sind ständig den Beurteilungen von anderen Menschen ausgesetzt. Im Tram, im Kontakt mit Lieferanten, Kunden, Freunden, in der Schlange vor dem Schalter und ganz aufmerksam im Vorstellungsgespräch werden wir als Personen wahrgenommen, werden Eigenheiten registriert, wird unser Handeln beobachtet. Diese Eindrücke, ob flüchtig oder tiefgehend, schaffen Bilder zwischen Vorurteilen und differenzierten Diagnosen – Fremdbilder. Bekommen wir sie zu hören, nehmen wir Unterschiede oder Kongruenz wahr im Verhältnis zu unserem Selbstbild.

G

Graphologische Schriftbeurteilung
Nach wie vor hat aber die graphologische Interpretation, bei sogenannten gewandten Schriften, Stärke und Gewicht. Sie besteht in der Analyse wesentlicher struktureller Elemente von Persönlichkeiten. Sie hilft, die Vielzahl von Einzelmerkmalen einer Persönlichkeit in eine ganzheitliche, vernetzt betrachtete Struktur und Dynamik einzuordnen. Ausserdem kann sie durch ihre Konzentration auf die strukturellen Persönlichkeitsmuster viele wertvolle Fragen und Hypothesen formulieren, welche dann in vertiefenden Interviews, Referenzen oder auch in Assessments überprüft werden können. Nehmen wir an, auch Sie müssen eine Schriftprobe einreichen. Veranstalten Sie keine Schönschreibübungen. Schreiben Sie so, wie wenn Sie einem guten Freund einen Brief schreiben würden – ganz «normal»!

H

Horizontale Karriere
Als Aspekte einer horizontalen Karriere, die wie der Ausdruck andeutet, sich nicht hierarchisch aufwärts bewegt, werden Jobenlargement, Jobenrichment und Jobrotation genannt. Formen horizontaler Karriere sind für ältere Mitarbeitende ideale Wege, um Erfahrungen und Kompetenzen fruchtbar in altersgemischte Belegschaften einzubringen.
HR
Die Abkürzung HR steht für Human Resources und bezeichnet das, was vor kurzem noch Personalabteilung genannt wurde.
HTML
Hypertext Markup Language, auch kurz als Hypertext bezeichnet, ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Darstellung von Inhalten wie Texten, Bildern und Hyperlinks in Dokumenten. HTML-Dokumente sind die Grundlage des World Wide Web und werden von einem Webbrowser dargestellt.

I

Identität
Der Begriff hat etwas Unscharfes an sich, weil er in vielen Bedeutungen, auch im Alltag, verankert ist. So ist die Rede von der Identitätskarte, dem Identisch-Sein zweier gleicher Dinge, der Einzigartigkeit einer Person, usw. Aber man spricht auch von psychischer, sexueller, beruflicher, sozialer Identität, von Identitätsverlust, -krisen und neuerdings von Identitätsarbeit. Indem man heute mehrheitlich davon ausgeht, dass Identitätsentwicklung ein lebenslanger Prozess ist, bekommt sie einen wichtigen Stellenwert im Gespräch über Lebensgestaltung und Lebenskunst. Identität kann man als das Verbindungsglied zwischen der Person und der Umwelt betrachten. Durch die untrennbare Verbindung mit der Welt um uns herum ist unser Gestalten und Handeln immer eine Gratwanderung zwischen Einflussnahme und Akzeptanz. Das kommt einem ständigen Ausloten gleich, wo die Einflussnahme angebracht ist und wo das Hinnehmen. Dabei spielt sich ein Austauschprozess zwischen der Person und der Umwelt ab, in dem einerseits der Mensch die Welt in seinen Erfahrungsraster einpasst und anderseits offen lernend diesen Raster an der Welt erweitert.
In diesem Austauschprozess erlebt eine Person sich als denkendes, handelndes und soziales Wesen und fühlt sich dabei auf bestimmte Art und Weise als Mensch. Dieses Sich-Fühlen als «Jemand» kann man als Identität bezeichnen. So kann Identität durchaus als Scharnierfunktion zwischen Innen und Aussen bezeichnet werden.
Initiativ-be-Werbung
Siehe Spontan-be-Werbung

J

Jobenlargement
Übernahme zusätzlicher Funktionen. Wird auch als Aspekt horizontaler Karriere angeführt.
Jobenrichment
Vertiefung, Bereicherung eines Aufgabenspektrums mit zusätzlichen, anspruchsvollen Herausforderungen. Wird auch als Aspekt horizontaler Karriere angeführt.
Jobrotation
Wiederholtes Tauschen von Funktionen, Aufgaben mit anderen Personen kann Herausforderung, Abwechslung und Perspektivenbreite vergrössern. Wird auch als Aspekt horizontaler Karriere angeführt.
jpg, JEPG
Joint Photographic Experts Group. Am Dokumentenname hängt die Kurzform. Zum Beispiel: Passfoto.jpg. Unter JPEG versteht man ein Bildformat, das mit einer verlustbehafteten Komprimierung besonders geringe Dateigrössen erlaubt. Für den Bildversand ein optimales und gebräuchliches Format.

K

Karriere
Der Begriff Karriere wird meist mit Aufstieg verbunden – «man macht Karriere». Das ist in Ordnung und kann erstrebenswert sein. Es gibt jedoch auch die andere Formen von Karriere. Siehe Patchwork-, Bogen-, horizontale Karriere oder das Portfolio-Working.
Keyword
Schlüsselworte spielen auf Websites eine Rolle und zunehmend für die Teilnehmer an Sozialen Netzwerken. Damit Arbeitgeber, auf einer Social Media-Plattform Profile von Teilnehmenden finden können, müssen diese geeignete Keywords setzen. Das sind Begriffe, die je spezifisches Branchen- und Fachwissen, Spezialitäten, Erfahrungen und Wünsche bezeichnen. Keywords können und sollen im Bildungs- und Praxisweg, im Ressourcenangebot, in der Schilderung der Erfahrungen, in den Zukunftsvorstellungen enthalten sein.
Kompetenz/en
Kombination, Verbindung von Fähigkeiten einer Person auf einem bestimmten Gebiet. Der Begriff Kompetenz wird oft in Konkurrenz mit anderen Begriffen wie Fähigkeit, Ressource, Qualifikation gesetzt. Es gibt Ordnungssysteme, die eine Reihe von Fähigkeiten als eine Kompetenz bezeichnen – zum Beispiel Kommunikations-, Kontakt-, Abgrenzungs- und Konfliktfähigkeit als Sozialkompetenz. Mehrere Kompetenzen wiederum werden in der Folge Qualifikation genannt. Zur Vereinfachung kann der Überbegriff «Ressourcen» benutzt werden.
Die Nennung einer Kompetenz für sich alleine kommt einer Worthülse gleich. Kompetenz muss im Kontext der Anwendung, das heisst der Bewältigung einer Aufgabe und mit einem Resultat gesehen werden. Kompetenz beschreibt das Handeln von Menschen in ihrer Umwelt, das ihnen ermöglicht, zu (über)leben, sich zu entwickeln und Lebensqualität zu empfinden. Kompetenzen werden in jeder Lebensphase aufgrund der Lebenssituation und der Lebensherausforderungen (neu) beschreibbar.
Kontrollüberzeugung, externale
Wenn Menschen Ereignisse als von eigenem Verhalten und Vermögen unabhängig und als aussenbestimmt wahrnehmen, spricht man von externaler Kontrollüberzeugung. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand tatsächlich Einflussmöglichkeiten hat oder nicht. Es geht lediglich um die subjektive Wahrnehmung.
Kontrollüberzeugung, internale
Wenn Menschen Ereignisse als von eigenem Verhalten und Vermögen abhängig, als selbstbestimmt wahrnehmen, spricht man von internaler Kontrollüberzeugung. Auch dabei spielt es keine Rolle, ob jemand tatsächlich Einflussmöglichkeiten hat oder nicht. Es geht lediglich um die subjektive Wahrnehmung.

L

Laufbahngestaltung
Zentral ist im gängigen Verständnis die Fokussierung auf die Berufslaufbahn.
  • Die Schritte der Laufbahngestaltung befassen sich vorwiegend mit beruflichen Aspekten, ohne aber Themen wie «Persönlichkeit» und «Soziales Umfeld» gänzlich auszuklammern.
  • Gestaltung deutet auf offene Augen, offenen Sinn und kreativen Umgang, was soviel heisst wie schöpferisches Denken und Handeln innerhalb der Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitswelt.
  • Gestaltung fordert Mut, eigene Wege zu gehen und einen unternehmerischen Umgang mit seinen Ressourcen zu pflegen.
  • Proaktive Laufbahngestaltung ist eine Antwort auf die sich immer schneller wandelnde Arbeitswelt.
Lebensgestaltung
Die Erweiterung von Laufbahn- auf Lebensgestaltung deutet es an: Es geht um eine ganzheitliche, umfassende Betrachtung der Lebenssituation. Das Modell «Lebenerfinden» (www-be-Werbung.ch) macht dies deutlich. Lebensgestaltung ist eine Disziplin, in der alle Menschen mittun können. Im Ausdruck sind die Worte Leben und Gestaltung enthalten. Mit dem Begriff «Gestaltung» weist man in der Regel auf kreatives Schaffen hin. In einem Gestaltungsprozess entwickelt die gestaltende Person etwas Neues, verändert etwas Bestehendes gemäss einer bestimmten bestehenden Absicht oder einer sich im Prozess entwickelnden Vorstellung. Gestaltung kann Unterschiedliches betreffen: Prozesse, Leben, Persönlichkeit, Politik, Kultur, Sprache, zwei- und dreidimensionale Gegenstände und anderes mehr. In Verbindung mit «Leben» meint Gestaltung, einen auf die Zukunft gerichteten Prozess, in dem menschliches Leben mit Bewusstheit gestaltet wird. Lebensgestaltung, umfassend verstanden, ist ein Prozess, der die gesamte Lebensspanne umfasst und einem Menschenbild entspricht, dem lebenslange Entwicklung zugehörig ist. Besonders wichtig können Gestaltungsprozesse in Übergängen von einer Lebensphase zur nächsten sein. Lebensgestaltung praktizieren heisst, das «Heft seines Lebens» in die Hand zu nehmen.
Lebenslanges Lernen
Siehe Education Permanente.
Lebenslauf
So wird in der be-Werbung eine tabellarische Aufstellung des beruflichen Werdeganges genannt mit Inhalten wie Bildung, Ressourcen-Angebot, Erfahrungen, Praxisweg und anderem. Der Lebenslauf wird auch Curriculum Vitae (CV) genannt, gelegentlich Vitae Cursus oder Résumé. Der Fantasie sind aber keine Grenzen gesetzt. Es können auch Namen wie Berufliches Profil, Berufliche Daten, Laufbahndaten benutzt werden.
Lebensqualität
Mit dem Begriff Qualität ist nicht einfach «Gutes» gemeint, sondern das reale Befinden. Qualität heisst Beschaffenheit. Meist meint man mit Lebensqualität den Grad des Wohlbefindens von Menschen in der Gesellschaft. Die Definition der WHO (World Health Organization): «Lebensqualität ist die subjektive Wahrnehmung einer Person über ihre Stellung im Leben in Relation zur Kultur und den Wertsystemen, in denen sie lebt und in Bezug auf ihre Ziele, Erwartungen, Standards und Anliegen.»
Leitbilder
In einer Organisation thematisiert das Leitbild die strategischen Zielvorstellungen und davon lässt sich operationelles Handeln ableiten. Ausgedrückt wird dadurch auch eine Haltung, die oft Unternehmensphilosophie genannt wird. Die Rede ist auch von Leitkultur. Sie kann einen gesellschaftlichen Wertekonsens darstellen. Leitgedanken können die Ausgangslage für Neukonzeptionen und Entwicklungen sein. Es hört sich ungewöhnlich an, aber auch der einzelne Mensch kann sich ein Leitbild geben, wie immer er das dann nennen mag.

M

Mentoring
Eine Chance für ältere Arbeitnehmende, vor allem da, wo reiche Erfahrung, Urteilsfähigkeit und Besonnenheit kombiniert mit hohen sozialen Kompetenzen vorhanden sind. Mentoring ist eine gegenseitig befruchtende Möglichkeit, im letzten Laufbahnabschnitt projektbezogene Beratungsdienstleistungen zu erbringen oder Nachwuchskräfte zu unterstützen.
Motivationsbrief
Ein anderer Ausdruck für be-Werbungs-Brief.

N

Naturell
Nach Duden: Veranlagung, Wesensart. Naturell ist ein unscharfer Sammelbegriff, der aber im Volksmund verbreitet ist. Man kann darunter viele Stichworte fantasieren – zum Beispiel:
  • Charakter
  • Eigenart
  • Eigentümlichkeit
  • Natur
  • Temperament
  • Typ
Netzwerkarbeit, Netzwerk
Es geht um das Miteinbeziehen Ihres sozialen Umfeldes, das heisst Ihrer Familie, Ihrer Freunde, Arbeits-, Vereins-, Militärkollegen. Es können auch Geschäftsbeziehungen sein mit Kunden und Kundinnen, Lieferfirmen, Behörden usw. Im Prozess der Stellensuche können Beziehungen eine wichtige Rolle spielen. Neuorientierung.
Newplacement
Siehe auch Outplacement. Je nach Interpretation geht das Newplacement- über das Outplacement-Angebot hinaus, indem Coaching und Neuorientierung Raum finden.

O

Outplacement
Eine Dienstleistung von spezialisierten Unternehmen und Beratenden vor allem für entlassene Führungskräfte, in der eine umfassende Laufbahnberatung mit aktiver Unterstützung bei der Stellensuche und dem Einstieg in eine neue Aufgabe gekoppelt sind. In der Regel werden die Kosten vom Arbeitgeber, der die Kündigung ausgesprochen hat, übernommen.

P

Patchwork-Karriere
Nicht linear verlaufende Berufslaufbahn, die geprägt ist von Umwegen, Brüchen, Neuorientierungen, Quereinstiegen, Engagements in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern oder Branchen – im Gegensatz zur früher dominierenden langjährigen Zugehörigkeit zum selben Betrieb (Lebensstelle). Zwei oder mehr parallele Engagements. Siehe auch Portfolio-Working.
PDF
Portable Document Format. Universelles Dateiformat, das die originalgetreue Wiedergabe von Dokumenten unabhängig von Betriebssystem und Hardwareplattform ermöglicht und mit Adobe Reader und vielen weiteren Programmen gelesen oder weiterverarbeitet werden kann. Adobe Reader können Sie bei Adobe herunterladen.
Personaldienstleister
Unternehmen für Temporäre Arbeit (Zeitarbeit), Stellenvermittlung, Personalberatung, Executive Search usw. Sie sind organisiert im Verband der Personaldienstleister der Schweiz «Swissstaffing», siehe Link-Liste.
Persönlichkeit
Der einzelne Mensch steht mit seiner Persönlichkeit im Austausch mit seiner Umwelt, vorwiegend mit anderen Menschen. Beobachten Sie einmal Leute in ihrem Umfeld. Sie werden feststellen, dass Sie sie im Kontakt als sehr unterschiedlich wahrnehmen:
  • Sie werden sie als mehr oder weniger eigenständige Persönlichkeiten wahrnehmen, die sich eher an einer inneren Haltung orientieren oder eher an äusseren Einflüssen.
  • Sie werden andere Menschen als «echt» erleben, als fassbar mit Profil oder eher als unbestimmt, nicht festlegbar.
  • So werden Sie einen Menschen eher als konstant in seinem Ausdruck erleben oder bei einem anderen fast das Gefühl haben, von Zeit zu Zeit unterschiedliche Persönlichkeiten vor sich zu haben.
  • Sie können jemanden eher in Klarheit und Bestimmtheit und Stärke erleben, sich andererseits bei jemandem unsicher fühlen, weil sie Wankelmütigkeit fühlen.
  • Es gibt Menschen, die in einer bestimmten Bescheidenheit Realitätsbezug ausstrahlen, ohne sich klein zu machen und andere, die ihr Licht unter den Scheffel stellen oder wiederum jene, die in ihren Äusserungen und Bildern über sich grenzenlos scheinen.
Menschen sind denkende und lernende Wesen. Sie unterscheiden sich
  • in der Art ihrer Wahrnehmung
  • in der Tiefe des analytischen und/oder abstrahierenden Denkvermögens
  • in der Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen
  • in Fantasie, Kreativität, Ideenreichtum
  • im sprachlichen Ausdrucksvermögen
  • in ihrer Denkgeschwindigkeit
  • in der Nachhaltigkeit der Merkfähigkeit
Menschen sind fühlende Wesen. Menschen drücken sich nicht nur verbal aus, sie nehmen auch auf unterschiedlichen Kanälen wahr. Beobachtbar und beschreibbar sind:
  • Gefühle – also, ob jemand traurig, fröhlich, liebevoll ist, schnöde mit Situationen oder anderen Menschen umgeht.
  • Affekte, die sich in der Reaktion auf Belastendes oder Beglückendes meist auffällig zeigen.
  • die Stimmungslage, die wir bei andern häufig, einem Barometer ähnlich, wahrnehmen.
  • die emotionale Ausdrucksreaktion, die eine breite Palette darstellen kann von Beglücktheit, Freude bis Ärger und Zorn, von Begeisterung bis Weinen.
  • ausgeprägte Sensibilität mit hohem Einfühlungsvermögen oder deren Abwesenheit.
Nebst den oben beschriebenen Interaktionen1, die als «persönlichkeitsorientiert», «kognitiv»2 und «emotional»3 bezeichnet werden können, gibt es auch eine auf Leistung fokussierte Interaktion. Wenn Sie ihre Mitarbeitenden, Vorgesetzten oder Untergebenen beobachten, werden sie auch in diesem Bereich Unterschiedliches wahrnehmen können:
  • Motivation kann einerseits sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und andererseits von sehr unterschiedlichen Auslösern und Motiven abhängen.
  • Die Intensität des Schaffens kann von hohem Engagement, Einsatz und Ausdauer geprägt sein oder von Unverbindlichkeit und Kurzatmigkeit.
  • Die Arbeitsausführung kann zum Beispiel von hoher Sorgfalt, Genauigkeit oder von Flüchtigkeit geprägt sein.
  • Leistung kann zum Beispiel konstant oder sprunghaft unregelmässig sein.
1 Interaktion bedeutet wechselseitiges aufeinander Einwirken von Akteuren oder Systemen. Das kann mit Kommunikation, mit In-Beziehung-stehen, aber auch mit Handeln zu tun haben.
2 Kognitive Fähigkeiten sind zum Beispiel Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen und Kreativität.
3 Emotional heisst (unter anderem) die Gefühle betreffend.
Perspektivenerarbeitung
Es geht um den Blick nach vorne, um das Erfinden und Skizzieren des künftigen Arbeitsalltages. Dabei hilft das Modell «Joberfinden» mit einer einfachen Struktur anhand von vier Arbeitstiteln.
  • Rahmenbedingungen Branchen, Produkte, Dienstleistungen Ort, Anstellungsbedingungen, Kultur, Team, usw. Daraus abgeleitet konkrete Unternehmen, Institutionen
  • Einzeltätigkeiten und -aktivitäten, also kleine Elemente einer Aufgabe Kombinationen von Einzeltätigkeiten und -aktivitäten Jobbeschreibungen – Varianten
  • Ressourcen-Angebot Fachliche Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen Arbeitsmethodik Arbeitshaltung, persönliche Fähigkeiten soziale Kompetenz Erfahrungen Beziehungen, Netzwerk
  • Lernen und Entwicklung Potenzial der Wunsch und das Bedürfnis nach Lernen und Entwicklung – beruflich und/oder persönlich
Portfolio-Working
Siehe auch Patchwork-Karriere. Die Übernahme unterschiedlicher Jobs für verschiedene Auftraggeber als «Freelancer», also selbständig Erwerbender, kann die Arbeitszeit füllen oder mit Teilzeit-Anstellungen kombiniert werden. Portfolio-Working erfordert hohe Organisationsfähigkeit und bietet die Chance, unterschiedliche Interessen und Stärken unter einen Hut zu bringen.
Projekt – Gestaltungsprozess als Projekt
Ein Projekt-Management formuliert das Projektziel in einem Pflichtenheft, definiert viele Teilziele und bindet sie in eine zeitlich durchdachte Planung und Organisation ein. Dabei gilt es, die wichtigen Dinge zu erkennen, von denen der weitere Verlauf abhängen kann. Sie bedürfen zum Beispiel geschützter Termine. Die Betrachtung als Projekt, gar als Lebens- oder Ich-Projekt, hilft Ihnen, Ihre Reflexions-Arbeit und sich selber ernst zu nehmen.
Prozess, Prozessorientierung
Wieso Prozessorientierung? Wir leben in einem unlösbaren Zusammenspiel mit der (Um)Welt (in Transaktion). Das heisst, dass wir als wahrnehmende, erkennende, denkende, handelnde, fühlende, lernende Wesen mit Wille und Motivation reagieren, agieren und antizipieren im Umgang mit Bedingungen, Situationen und Menschen. Wir tun Schritte und im Schreiten verändert sich der Horizont. Die Welt zeigt sich im neuen, veränderten, erweiterten, fokussierten Blickwinkel anders, enger, weiter, reicher, detaillierter. Vorhersehbares und Unvorhersehbares, Bekanntes, Überraschendes, Ersehntes, Bedrohliches kann sich einstellen. «Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen», schreibt Matthias Claudius in «Urians Reise um die Welt». Wenn Urian schon vorher wüsste, was er dereinst zu erzählen haben würde, müsste er die Reise nicht unternehmen. Der Prozess kommt sowohl der Reiseplanung wie auch einer Reise gleich. Wir haben zwar eine Reiseroute entworfen, sind aber bereit, diese rekognoszierend vor und auch nach Beginn der Reise anzupassen. Wir haben gewisse Vorstellungen über die Art der Reise und vielleicht gar Wunschkriterien für das Reiseziel. Auf der Reise aber bescheren uns die Welt, die Landschaften, durch die wir wandern, deren Bewohner, das Wetter und anderes mehr stets neue Erlebnisse, Einsichten und Haltungen.

Q

Quereinstieg
Aus dem angestammten in ein neues Fachgebiet einsteigen, eine neue Funktion übernehmen usw., ohne von der Pike auf zu lernen.

R

RAV
Regionales Arbeitsvermittlungszentrum
Recherche
Immer wieder ist es so, dass Sie bestimmte Aspekte, Sachverhalte, Situationen, Bedingungen nicht kennen und darum ein Ziel noch nicht realistisch formulieren können. Dann werden Sie sich informieren müssen unter Verwendung der ganzen Palette von Recherchiermethoden. Recherche ist ein breitgefächerter, detektivischer Vorgang, bei dem Ihre Fantasie eine Rolle spielt. Sie durchforsten das Internet, alle anderen denkbaren Informationsmedien, reden mit Menschen oder Organisationen, die einschlägige Erfahrungen haben, mit Ämtern, usw. Wenn nötig, organisieren Sie sich Schnupperzeit oder gar ein Praktikum. Sie fragen, bis keine (grossen) Fragen mehr bleiben. Je klarer Sachverhalte werden, je besser Sie wissen, welche Schritte im Detail nötig werden, desto einfacher wird es, eine Entscheidung zu fällen: pro oder contra oder für einen anderen Weg. Vor allem im Rahmen der Laufbahngestaltung für Bereiche, wo ein Neu- oder Quereinstieg geplant ist, ist es sinnvoll, sich vor dem konkreten be-Werben reale Bilder zu verschaffen. Das beginnt mit der Suche nach Gleichem oder Ähnlichem. Aufgrund Ihrer Zielvorstellungen und Ressourcenangebote halten Sie Umschau nach Unternehmen, Institutionen, Umfeldern, wo so etwas ganz oder teilweise denkbar ist und eventuell schon angeboten wird.
Ressourcen
In den Arbeitspapieren wird oft der Begriff «Ressourcen» verwendet. Ein Ausdruck, der unterschiedlich verstanden werden kann. In diesem Text ist er umfassend gemeint:
  • Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen intellektueller, fachlicher, methodischer, persönlicher und sozialer Art
  • Wissen, Erfahrungen, erzielte Ergebnisse, Erfolg
  • geistige, psychische und physische Voraussetzungen
  • Beziehungen, soziale Integration
Die Idee, seine Ressourcen zu benennen, hat zwei wichtige Gründe. Erstens sind Ihnen viele davon nicht ständig bewusst, sie sind selbstverständlich geworden, weil Sie sie routinemässig anwenden. Die Bewusstwerdung der eigenen Ressourcen hilft Selbstvertrauen schaffen für das Umsetzen Ihrer Pläne. Zweitens ist es sinnvoll, sich zu fragen: «Wo kann ich meine Ressourcen sonst noch anwenden, wo lassen sie sich adaptieren?»
Ressourcen-Angebot
So kann die Deklaration Ihres persönlichen und fachlichen «Kapitals» im Lebenslauf genannt werden.
Résumé
Das Résumé ist ein beruflicher Lebenslauf. Es wird auch Curriculum Vitae (CV) genannt oder gelegentlich Vitae Cursus.
RTF
Rich Text Format. Dateiformat für Texte, welches als Austauschformat zwischen Textprogrammen genutzt werden kann und viele der gängigen Textformatierungen (kursiv, fett, unterstrichen) erhält, ohne exakt layoutgetreu zu sein.

S

Schlüsselkompetenzen
Fähigkeiten, die unabhängig von Beruf, Sparte und Stelle eingesetzt werden können, wie zum Beispiel soziale Kompetenzen, Fremdsprachen, grundlegende IT-Anwenderkenntnisse, Arbeitstechnik, Selbstmanagement, multikulturelle Kommunikation.
Schlüsselworte
Siehe Keyword.
Schriftbeurteilung
Siehe Graphologische Schriftbeurteilung.
Selbstmanagement
Im Zusammenhang mit Laufbahn- und Lebensgestaltung bedeutet das:
  • Reflektieren, Erkennen und Bewerten seiner Persönlichkeit, seiner Ressourcen, seines bisherigen Weges, seines Handelns und seiner Situation.
  • Erkennen und Formulieren von Werthaltungen, Neigungen, Bedürfnissen und Wünschen.
  • Entwickeln von bewussten Haltungen, Visionen, persönlichen Zielen, Teilzielen und konkreten Handlungsschritten.
  • Umsetzen und flexibles, rollendes Weiterplanen.
  • Für ein erfolgreiches Selbstmanagement braucht es auch die Fähigkeit zur Reflexion, gute Selbstkenntnis sowie eine kritisch positive Selbstwertschätzung. Die Fähigkeiten, mit Zukunftsvertrauen Perspektiven zu entwickeln, Ziele zu entwerfen und Schritte motiviert, entscheidungs- und handlungsfähig zu tun, unterstützen den Prozess.
Siehe auch Selbstwirksamkeitsüberzeugung
Selbstbild
Wer bin ich? Was bin ich für ein Mensch? Wie beschreibe ich meine Persönlichkeit? Was bedeutet Identität für mich? Diese und ähnliche Fragen können nie abschliessend beantwortet werden. Denken Sie gleichwohl darüber nach, wie Sie sich im Kontakt mit Menschen, in verschiedenen Lebenssituationen, zum Beispiel bei der Arbeit, in der Beziehung, im Umgang mit schwierigen Fragestellungen, in der Gestaltung Ihrer Lebenszeit erleben. Fragen Sie sich stets auch, wie andere Sie erleben. Sprechen Sie mit vertrauten Personen darüber. Der Vergleich von Selbstbildern und Fremdbildern ist immer wertvoll. Siehe auch Fremdbild und Identität.
Selbstverantwortung
Siehe Eigenverantwortung
Selbstwirksamkeitsüberzeugungen
Die Theorie, (self-efficacy-theory), stammt von Albert Bandura. Sie könnte sich mit dem populären Song von Jimmy Cliff schmücken «You can get it if you really want», ergänzt mit dem Zusatz «... und wenn du daran glaubst!» H.E. Schachinger1 erläutert es so: «Selbstwirksamkeitserwartungen stellen subjektive Meinungen über die eigenen Fähigkeiten dar, ein bestimmtes Verhalten ausführen zu können. Es geht dabei weniger um individuelle Fähigkeiten in einem objektiven, messbaren Sinn, sondern darum, was jemand glaubt, mit diesen Fertigkeiten tun zu können, welche Probleme damit zu lösen und welche Ziele damit zu erreichen sind.» Ein starker Glaube an die eigene Selbstwirksamkeit ermutigt, sich anspruchsvolle Ziele zu setzen, eine schwierige Aufgabe als Herausforderung einzuschätzen, konstruktiv mit Fehlern umzugehen, usw. Eine schwache Ausprägung des Selbstwirksamkeitsglaubens fördert dagegen eher die Scheu vor Herausforderungen, den Zweifel am Erreichen von Zielen, usw. Siehe auch externale und internale Kontrollüberzeugungen.
1 «Das Selbst, die Selbsterkenntnis und das Gefühl für den eigenen Wert». Bern. Verlag Hans Huber. 2002, 167
Soziale Kompetenz
Auch Soft Skills genannt. Soziale Kompetenz ist an sich ein ungenauer Begriff und es ist zu erklären, was alles damit gemeint sein kann. Hier eine unvollständige Aufzählung:
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kontaktfähigkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Abgrenzungsfähigkeit
  • soziale Profilierungsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Integrationsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Wertebildungsfähigkeit
  • Teambildungsfähigkeit
Sozialisierung
Man meint damit eine Anpassung an gesellschaftliche Muster, erworben in unterschiedlichsten Lebenskontexten. Dazu gehören unter anderem auch die Übernahme von Wertvorstellungen, Denk-, Gefühls- und Bindungsmuster. Sozialisierung wirkt mit bei der Bildung von Identitätsfacetten. Man spricht auch oft von Prägungen.
Spontan-be-Werbung
Die Spontan-be-Werbung wird an gezielt ausgewählte Unternehmen gesandt (nicht auf Stellenausschreibung hin), denen angeboten wird, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Eine solche be-Werbung ist sinnvoll, wenn sie individuell auf eine Firma zugeschnitten ist und eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein solches Angebot von der Sache her grundsätzlich in Frage kommt. Ob dann eine Stelle frei ist, ist eine andere Sache. Die Spontan-be-Werbung wird auch Initiativ-, oder Direkt-be-Werbung genannt.
Standortbestimmung – Sicht Laufbahngestaltung
Standortbestimmung kann als Rückschau betrachtet werden mit der Grundfrage: «Wie bin ich dahin gekommen, wo ich bin?» Der Blick richtet sich auf Selbst- und Fremdbild, Persönlichkeit, Werte, Leitbild, Ressourcen und Potenzial sowie Lern- und Entwicklungsbedarf.
Standortbestimmung – Sicht Lebensgestaltung
Im Alltag sind wir Menschen mit vielen Aufgaben und Pflichten beschäftigt, viele klagen über einen ständigen Mangel an Zeit. In dieser Mühle, die einerseits durch Gewohnheiten und Routine eine gewisse Sicherheit gibt und die andererseits auch Grundlage für Stagnation sein kann, sind wir uns oft nicht bewusst, was für ein Leben wir leben, wie wir uns fühlen. Auf die Standardfrage «Wie geht’s?» reagieren wir ebenso standardmässig mit «Gut, super!» und beide Beteiligte wissen, Frage wie Antwort sind oft rein rhetorische Floskeln. Würde jemand nachhaken «Ich möchte aber wirklich wissen, wie du dich fühlst, wie's dir geht!», würde Verwunderung und Verlegenheit entstehen. Bringen Sie sich ruhig ein wenig in Verlegenheit. Stellen Sie sich diese Fragen nach dem Ergehen. Benutzen Sie dazu das Schema der sechs Lebensbereiche des Modells «Lebenerfinden» (siehe Arbeitspapiere > Reflexion 8). Das Modell lässt Sie jeweils mit einer «materiellen» und einer «immateriellen» Brille auf den «Menschen», auf die «Umwelt» und auf die «Arbeit» schauen. Die Bereiche sind nicht eindeutig abgrenzbar, sie stehen in Verbindung miteinander. Wer zum Beispiel seinen Körper im «Turnen für Alle» ertüchtigt, pflegt dabei auch soziale Kontakte.

T

Test
Unternehmen und Personaldienstleister setzen teilweise Psychodiagnostik ein zur Eruierung der geeigneten Kandidierenden. Verwendet werden zum Beispiel Verfahren zur Beurteilung von Persönlichkeit, Intelligenz, Leistung und Potenzial. Im Idealfall werden diagnostische Verfahren basierend auf den Anforderungen ausgewählt, aufeinander abgestimmt und von entsprechend psychologisch geschultem Personal durchgeführt. Selbst dann besteht die Gefahr von Verzerrungen oder Fehldiagnosen, z.B. weil die Fragen eines Tests durch be-Werber unterschiedlich interpretiert werden. Zudem zeigt auch der beste Test immer nur einen Teilaspekt der Persönlichkeit auf. Der Einsatz mehrerer Verfahren, eventuell in Kombination mit Multimodalem Interview, begleitendem Gespräch und optimalerweise die Kooperation mehrerer Fachpersonen können jedoch gute Ergebnisse gewährleisten.

U

Umsetzung, Realisierung
Standortbestimmung, Perspektivenerarbeitung und Recherche haben Entscheidungen für Ziele und Teilziele möglich gemacht. Es geht nun um deren Realisierung.
Wenn wir uns an das Beispiel der Reiseplanung halten, zeigt sich, dass erste reale Schritte bereits in der Planungsphase geschehen. Denn auch das Recherchieren, das Vorbereiten bestimmter Entscheidungen ging nicht nur in der warmen Stube von statten. Aufgrund Ihrer Abklärungen haben Sie sich nun für eine definitive Reiseroute entschieden, für bestimmte Stationen und für Orte, wo Sie länger bleiben. Jetzt beginnen Sie Schritt für Schritt die Entscheidungen umzusetzen. Sie nehmen Nachhilfe in Englisch, buchen Bahn und Flüge, bestellen Visa, kaufen einen neuen Koffer, besorgen sich Karten, Reisebücher, Sie machen Packversuche und so weiter – eines Tages sind Sie reisebereit, und dann stehen Sie auf dem Bahnhof, verabschieden sich.

V

Vision
Als Leben gestaltender Mensch machen Sie sich Bilder, schaffen sich Gestalten, eine Vision für ein lebenswertes Leben. Ihre Vision ist noch nicht das Leben, das Sie morgen führen werden. Ihre Vision ist ein Leitstern. Leonardo da Vinci, der grosse Meister, hat geraten: «Binde deinen Karren an einen Stern. Denn wer sich an einen Stern gebunden fühlt, der kehrt nicht um.» Ihre Vision, ihr Leitstern ist ein «Wandelstern». Indem Sie Alltagsschritte tun, verändert sich auf Ihrem Weg stets der Horizont unter dem Stern, Ihre Lebenserfahrung erweitert sich. Der Stern wandelt sich mit den neuen Erkenntnissen mit. Er wird aber kaum brüsk seine Form verändern oder seinen Platz am Firmament verlagern. Die Landschaft, durch die Sie wandern, und der sich wandelnde Horizont stellen ihre Umwelt dar. Mit ihr sind Sie untrennbar verbunden.
Eine Vision ist auch noch kein Ziel. Darum werden Sie auf dem Weg zu Ihrer Vision ständig Ziele und Teilziele formulieren. Ziele machen Entscheidungen möglich und bestimmen die konkreten Schritte des Alltags, auch die kleinen, denn diese sind wichtig, weil das Leben im «Hier und Jetzt» stattfindet. Aber all diese Schritte sind auf den Stern ausgerichtet.
Vitae Cursus
Das Vitae Cursus ist ein beruflicher Lebenslauf. Es wird auch Curriculum Vitae (CV) genannt oder gelegentlich Résumé.

W

Werte, Werthaltungen
Persönliche Werthaltungen, um nur eine eingeschränkte Definition zu nennen, drücken aus, was einem Menschen wichtig ist. Die Werthaltung kann Ausdruck sein von sozialer, politischer Zugehörigkeit zu einer Gruppe, von ethischer Grundhaltung, von Ästhetik und anderem. Ethisches Handeln, das Formulieren eines Ziels, der Vorgang des Entscheidens sind in der Regel wertegeleitet.

Z

Ziele, Teilziele
Eine grosszügige Vision oder ein konkretes Zukunftsbild, mit denen sich ein Mensch identifizieren kann, können Mut und Kraft für das Weitergehen auf dem Gestaltungsweg verschaffen. In solchen Bildern sind die Richtungen angelegt, die Sie einschlagen wollen. Es geht nun darum, konkrete Ziele herauszuarbeiten. Ziele werden im Allgemeinen dann attraktiv, wenn sie sich genügend vom IST-Zustand abheben. Ziele und in der Folge Handeln sind wichtig, denn sie geben dem Leben Struktur und Bedeutung. Grössere und langfristige Ziele rufen nach Teilzielen, die in Etappen anzupeilen sind. Mit dem formulierten Ziel ist nichts über das Erreichen desselben ausgesagt. Das hängt von Vielem ab. Ziele sind jedoch grundsätzlich realistisch und erreichbar anzusetzen. Wenn Ihre Vision eine Weltreise ist, auf der Sie möglichst viel sehen wollen, werden Sie Ihr Ziel bereits mit mehr Profil formulieren: 11 Monate, bestimmte Länder, Reiseroute, Aufenthaltsdauer von Etappe zu Etappe, usw. Bevor Sie abreisen, sind viele Teilziele zu formulieren: Bestimmung des Finanzbedarfs, Festlegung der Reisemittel und Reservationen der Tickets, Bestellung von Visa, Festlegung und Reservation von Hotels an Etappenorten und vieles mehr. Dabei wird es von Person zu Person Unterschiede in der Planung geben. Die einen versuchen, weit voraus zu planen. Andere halten sich an eine Grobplanung, an die ersten Wegstücke und beabsichtigen, die nächsten Schritte von Mal zu Mal festzulegen.

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Nachtisch