be-Werbung – Grundsätzliches

Das erste Ziel einer be-Werbung ist das Vorstellungsgespräch – nicht die Stelle! Ihre be-Werbung soll darum das Interesse wecken, Sie persönlich kennen zu lernen. Interesse entsteht vor allem durch Übereinstimmung des Anforderungsprofils mit Ihrem Kernprofil.

Übereinstimmung Kernprofil – Anforderungsprofil

Stellen Sie sich vor: Sie haben eine Stelle zu besetzen, sitzen am Pult, links von Ihnen ragt ein Stapel in die Höhe mit 47 be-Werbungs-Dossiers. Ihr erstes Ziel ist, die interessantesten herauszufischen. Im Kopf ist das Anforderungsprofil der Stelle abrufbar. Ihr Wunsch ist, dass Sie quasi auf den ersten Blick das Profil der kandidierenden Person erkennen können, um es mit dem Anforderungsprofil zu vergleichen.

Schlüpfen Sie nun in Haut der be-Werberin Susanne Felder.

  • Versuchen Sie, das Aufgaben- und das Anforderungsprofil zu rekonstruieren (Reflexion 13 und Reflexion 14). Benutzen Sie vorhandene Angaben im Inserat und erfragte Informationen aus einem allfälligen telefonischen Vorgespräch. Es geht um Haupt- und Nebenaufgaben, fachliche Voraussetzungen bezüglich Bildungsweg und Praxis, Kompetenzen, Persönlichkeit, Arbeits- und Leistungsverhalten, soziale Kompetenzen.
  • Entsprechen die Aufgabeninhalte Ihren Vorstellungen einer neuen Aufgabe?
  • Im Anforderungsprofil gibt es speziell wichtige Punkte, es sind «Kernanforderungen».
  • Deckt Ihr persönliches Kernprofil die Kernanforderungen ab? Können Sie das Fehlen eines verlangten «Papiers» durch Ihre Erfahrungen und das erworbene Know-how wettmachen? Dabei zählen neben den eigentlichen Berufserfahrungen auch solche aus unbezahlter Arbeit. Falls nicht, fühlen Sie sich in der Lage, die vermuteten Lücken in vernünftiger Zeit zu schliessen? Löst ein allfälliger Lernbedarf Freude oder Unbehagen aus?
  • Wenn alles geklärt ist, können Sie Bildungshinweise, Ressourcen-Angebot und Erfahrungen so gliedern, dass die zum Anforderungsprofil passenden Details im Vordergrund stehen.

Kehren Sie zurück an das Personalbüropult. Sie fischen das Dossier Susanne Felder vom Stapel, gucken drauf. Zeigen be-Werbungsbrief und Lebenslauf rasch, ob die Dame zur Stelle passt?

Keine Alibi-be-Werbungen!

  • Auch wenn Sie für das RAV be-Werbungs-Nachweise erbringen müssen, ist es nicht sinnvoll, sich für Stellen zu be-Werben, für die Sie offensichtlich nicht in Frage kommen oder die Sie auf keinen Fall interessieren. Sie erhöhen so lediglich die Zahl der Absagen. Firmen behalten eine negative Erinnerung an Sie. Ihre Urteilsfähigkeit wird möglicherweise in Frage gestellt. Das kann sich bei einer allfälligen späteren Möglichkeit rächen.

Telefonische Vorabklärung

  • Häufig werden in Inseraten zwei Kontaktpersonen genannt. An die eine sind die Unterlagen zu senden, die andere wird als Informationsperson genannt. Nutzen Sie das Angebot.
  • Schmale Informationen im Inserat rechfertigen eine telefonische Vorabklärung. Nehmen Sie vorher nebst Inserat auch die Firmen-Website unter die Lupe. Stellen Sie keine Fragen, für die Sie selber Antworten finden können.
  • Fragen Sie die Auskunftsperson, ob sie jetzt Zeit habe für ein fünf- bis fünfzehnminütiges Gespräch. Andernfalls bieten Sie einen besseren Zeitpunkt an.
  • Punkte die zu beachten sind:
    • Telefongespräche lassen sich bei Bedarf trainieren.
    • Rufen Sie von einem neutralen Ort an, nicht vom gegenwärtigen Arbeitsplatz.
    • Stellen Sie wenige, aber wichtige Fragen und dehnen Sie das Gespräch nicht zu sehr aus.
    • Auch für Spontan-be-Werbungen kann eine telefonische Vorabklärung ein guter Weg sein, wobei es gilt, die richtigen Linienverantwortlichen aufzuspüren, um mit ihnen die Situation, die aktuellen Bedürfnisse der Firma, der Abteilung zu klären.
  • Ausführliche Informationen finden Sie im Ratgeber «Das Laufbahnbuch».

Nur Fragen stellen, die sich durch Studium von Inserat und Firmen-Website nicht beantworten lassen!

3

Umsetzung