Lebenslauf – Grundsätzliches

Grundsatz

Ihr Lebenslauf kann je nach Bedürfnis und eigenem Stil unterschiedliche Formen und Inhalte annehmen. Für jede Anwendung (auf Inserate, für die Spontan-be-Werbung, als Steckbrief) können Sie eine persönliche Standardform erarbeiten. Eine Grundform kann den individuellen Anforderungen je nach Anwendung angepasst werden (siehe be-Werbungs-Set). Was im Prinzip aber immer gilt und eine ganz zentrale Funktion hat, ist das Kernprofil.

Kernprofil

Antwort auf das Anforderungsprofil

Personalleute sichten die eingehenden be-Werbungen durch die «Brille» des Anforderungsprofils. Entsprechend selektiv nehmen Sie die Inhalte wahr. Das heisst, die Übereinstimmung des Anforderungsprofils mit Ihrem Kernprofil soll möglichst rasch erkennbar werden. Siehe auch «Reflexion 14».

Im Idealfall wird Ihr Kernprofil auf der ersten Seite des Lebenslaufs sichtbar und im be-Werbungs-Brief bereits spürbar in Form von kleinen «Speckwürfeln». Ihr Kernprofil ist zusammengesetzt aus Angaben, die auf wenig Raum rasch zeigen, mit wem der Empfänger es fachlich und menschlich zu tun kriegt.

Inhalte

  • Bildungsweg (alle wesentlichen Bildungsschritte)
  • Ressourcen-Angebot
  • Erfahrungen, Erfolge und Ergebnisse

Siehe Lebenslauf- und Inhaltsstruktur

Personalfachleute erfassen so rasch Ihre Eignung für eine bestimmte Aufgabe.

Unique Selling Proposition

Eine ähnliche Funktion wie das Kernprofil und das Ressourcen-Angebot deckt ein anderer Begriff ab: «Unique Selling Proposition» (USP) heisst soviel wie «einzigartiges Verkaufsargument». USPs sind Ihre Erfahrungen, Kompetenzen und Qualifikationen in einer Kombination, die sie einzigartig machen und Ihnen Ihr ganz persönliches Profil geben.

Kompetenzprofil

Ein Kompetenzprofil (ausschliesslich Fähigkeiten) oder ein Kompetenz- und Erfahrungsprofil (Fähigkeiten, Erfahrungen und Ergebnisse) können entweder in den Lebenslauf integriert oder als separates Blatt beigelegt werden. Das hängt grundsätzlich von der individuellen Lebenslauf- und Dossiergestaltung ab. Das Beispiel eines Kompetenzprofils entspricht dem Appell des Arbeitsblatts «Reflexion 16, fähigkeiten.performance».

Lead-System

Das Lead-System spielt in der Zeitung eine Rolle. Die fette Überschrift als Einleitung zu einem Zeitungsartikel nennt man «Lead». Dieser fasst die folgenden Inhalte in kurzer klarer Form in einem vorangestellten, meist fett gedruckten «Kopf» zusammen und führt die Lesenden in den Text hinein. Der Lead schafft die Spannung zum Weiterlesen.

Übertragen auf den Lebenslauf kann das heissen, dass be-Werbende an den Anfang ihres Lebenslaufs ein kurz und prägnant formuliertes Profil setzen, um es in der Folge zu vertiefen (z.B. Andreas Lager).

Formen und allgemeine Inhalte des Lebenslaufs

Steckbrief

  • Ein Porträt von Ihnen, das etwas über Ihre Qualitäten und Ihren Weg aussagt, vor allem aber auch das Aufgabenspektrum für ein neues Engagement umschreibt. Ein Steckbrief, den Sie im Rahmen der Netzwerkarbeit einsetzen können (z.B. Herbert Notter).

Kurzform

  • Im Idealfall nur eine bis maximal zwei Seiten mit der Wiedergabe des eventuell verknappten Kernprofils, des konzentrierten Praxisweges. Gut geeignet für Spontan-be-Werbungen – per E-Mail oder per Papierpost (z.B. Martha Thöni).

Standardform

  • Für die normale papierene oder elektronische be-Werbung auf ein Inserat. Enthält Kernprofil, alle Stellen, die wesentlichen Aus- und Weiterbildungen sowie andere Hinweise nach Ihrem Gutdünken (z.B. Jella Blacevic). Der Umfang wird in der Regel zwei bis drei Seiten betragen.

Ausführliche Form

  • be-Werbungen, die hohen Anforderungen standhalten müssen, den Nachweis über lange Erfahrungs- und Bildungswege erbringen sollen und auch Listen mit Publikationen, Projektbeschreibungen usw. enthalten können, haben vermutlich einen grösseren Platzbedarf (z.B. Harry Bergmann). Bedenken Sie, dass die Reihenfolge der Inhalte entscheidend ist: Im Allgemeinen zuerst das Kernprofil, dann, nach Wichtigkeit gegliedert, alles, was für die jeweilige be-Werbung von Bedeutung ist.
  • Wenn zudem die Ansprüche an die Persönlichkeit, die Lebenserfahrung und Reife hoch sind, kann das dokumentiert werden durch das Sichtbarmachen des Entwicklungsprozesses.
  • Ein Lebenslauf kann so umfangreich werden, wie der substantielle Inhalt es fordert, aber geschrieben nach dem Motto «So ausführlich wie nötig, so knapp wie möglich».
  • Spezielle Lebensumstände oder -situationen rufen nach Formen, die dem gerecht werden (z.B. Yvonne Woller).

Abweichungen vom Standard

  • Wenn die Tätigkeit der letzten, wichtigen Jahre (zum Beispiel 14 Jahre als Buchhalter) mit der ursprünglichen nicht übereinstimmt, können Sie Ihre frühen Stellen auch pauschal anführen – z.B.: 1988 - 1998 verschiedene Beschäftigungen als Mechaniker. In diesem Fall kann der Hinweis, dass die Details auf Wunsch eingesehen werden können, trotzdem Transparenz ermöglichen.
  • Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie in jener frühen Phase viele Stellenwechsel hatten. Bei kompletter Aufzählung entstünde ein langer Lebenslauf, der das Vorurteil von Instabilität begünstigen könnte (siehe Heikles im Lebenslauf).

Lebenslaufstruktur

Eine mögliche Struktur mit dem Kernprofil (hier fett gedruckt).

  • Personendaten
  • Bildungsweg
  • Ressourcen-Angebot
  • Erfahrungen, Erfolge
  • Praxisweg
  • Diverses

Versuchen Sie, das Kernprofil auf die erste Seite zu bringen. Die Inhalte zu den Titeln finden Sie im Text Lebenslauf- und Inhaltsstruktur.

Die Reihenfolge der Untertitel kann variieren, das ist letztlich Ihrer persönlichen Beurteilung überlassen und auch ein wenig aus den Muster-be-Werbungen ersichtlich. Letztlich soll die Darstellung immer schnell die Übereinstimmung von Anforderungs- und Kernprofil aufzeigen.

Vertiefte Angaben finden Sie im Ratgeber «Das Laufbahnbuch».

Das Kernprofil, in einer allgemeinen, nicht auf eine besondere Stelle zugeschnittenen Form, sorgfältig zusammen-gestellt, ist Ihre «Visitenkarte», die Sie überall zeigen dürfen – im konventionellen Lebenslauf, in der Social Media-Plattform und so weiter.

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Umsetzung