Stellenstart

Einstieg und Probezeit

Die meisten Leute schliessen eine neue Stelle nahtlos der vorherigen an. Vielleicht sind noch Ferien zu beziehen, womit etwas Erholung möglich wird. Bedenken Sie, dass Sie am neuen Ort mit Elan, mit gelüftetem Kopf eine neue Herausforderung annehmen sollten. Das bedarf Ihrer ganzen Konzentration und Energie. Vielleicht können Sie es sich leisten, ein, zwei Wochen oder gar einen Monat zu pausieren, allenfalls verbunden mit einem Sprachaufenthalt, einem anregenden Kurs oder einfach mit vermehrten Unternehmungen mit Partner oder Partnerin.

Es kann sich lohnen, bereits in den Anstellungsverhandlungen zu klären, wie die Einführung in die Aufgabe vorgesehen ist.

  • Gibt es ein Programm, das Sie Schritt für Schritt in die Umgebung und Aufgaben einführt?
  • Ist eine Patin oder ein Pate (Mentoring) bestimmt worden zu Ihrer Betreuung in einer bestimmten Einführungszeit?
  • Werden Sie «on the job» unter einem gewissen Druck eingeführt oder gar bewusst ins kalte Wasser geworfen?

Je nach Ihren Laufbahnerfahrungen, Entwicklungsbedürfnissen kann auch eine externe Begleitung in Form eines Coachings sinnvoll sein. Sind Ihnen Klippen, Muster bewusst, die Sie in Ihrem neuen Engagement erfolgreich umschiffen möchten, dann kann sich die Massnahme lohnen.

Einarbeitung

Von Beginn an Leistung bringen?

Wer für bestimmte Aufgaben mit bestimmtem Fachwissen engagiert wurde, kann bald im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten seinen Job inhaltlich ausfüllen. Hingegen gibt es neben dem Fach- das Firmenwissen. Wieso tut man hier dieses so und jenes anders. Da ist es angeraten, sich zu gedulden, neugierig die Eigenheiten kennen und die Hintergründe verstehen zu lernen. Wer verständiges Interesse zeigt, nachfragt, tut sicher nichts Falsches. Fragen ist Privileg der Neuen.

Worum Sie sich von Beginn an, wo möglich, bemühen können, ist Dossiersicherheit an Sitzungen.

Frische Kritik versus Betriebsblindheit

Frühe Kritik ist weder einfach falsch noch richtig. Es gilt eigentlich dasselbe wie oben. Der frische Blick auf vielleicht eingefahrene Geleise, noch frei von Betriebsblindheit ist wertvoll. Andererseits ist da das fehlende Firmenwissen. Möglich ist:

  • «Vorurteile» zu hinterfragen
  • Hintergründe zu erfragen
  • Wertschätzend nach der Entstehungsgeschichte von Sachverhalten zu fragen, die Ihnen auffallen

Wenn tatsächlich Substantielles angesprochen wird, erfährt interessiertes Nachfragen gutes Echo. Wer also mit Charme und Diplomatie seine Frische einbringen kann, soll es tun, bitte aber immer freundlich konstruktiv.

Vielleicht gibt es ja einen Auftrag, Verbesserungsbedarf zu kommunizieren. Wenn das so ist, dann richten Sie ihre Beobachtungen nicht an alle, sondern an die Auftraggebenden (ohne speziellen Auftrag nur unter vier Augen an geeignete Ansprechpersonen).

Sich im Team einführen

Die ersten Wochen und Monate sind eine wichtige Phase, in der eine Mischung von subtiler Kommunikation, Interesse an den Menschen und am Geschehen, Zuhören, Fragen, Lernen und von Netzwerkarbeit den Boden festigt für eine gute Teamintegration. Das heisst:

  • Freundlich wertschätzend nachzufragen
  • Natürlich aufzutreten, interessiert, neugierig, offen und lernfreudig
  • Die Namen der Arbeitskolleginnen und -kollegen zu lernen
  • Ohne Anbiederung zu guten Kontakten zu kommen
  • Das «Du» oder «Sie» individuell abzuwägen
  • Die Frage eines allfälligen Einstands klären

Hinweise, wie diese erste Phase gelingen kann, erläutert eingehender «Das Laufbahnbuch».

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Umsetzung