Netzwerkarbeit mit Social Media

«Vitamin B»

Netzwerkkontakte wollen gepflegt werden. Die sozialen Medien vermehren die persönlichen Kontakte um unzählige virtuelle. XING, als Beispiel, zeigt auf, über wie viele indirekte Kontakte Teilnehmende verfügen. Die Kontakte der Kontakte.

Aufgaben

Laufbahngestaltung als ständiger Reflexionsprozess und Netzwerkarbeit gehen Hand in Hand. Periodische Standortbestimmungen und stets erneuerte Überlegungen über die Zielsetzungen verhelfen zu einem bewussten und unternehmerischen Vorgehen im Markt. Dazu lesen Sie bitte den Beitrag über Arbeitsmarktfähigkeit. So sind es vor allem drei Bereiche, die im Auge zu behalten sind:

Netzwerkarbeit

Die Standortbestimmung (Reflexion 7) hat gezeigt, wie eng- oder weitmaschig Ihr Netz heute geknüpft ist, ob es gut gepflegt oder vernachlässigt ist:

  • Periodische Standortbestimmung zum Netzwerk
  • Aktive Kontaktpflege durch Austausch auf unterschiedliche Art
  • Reaktion auf geeignete Beiträge in den Social Media, Verfassen eigener Beiträge
  • Besuch von Veranstaltungen

Profil

Ihr Profil (Kernprofil) ist grundsätzlich vorhanden. Sie haben es sichtbar zu machen, zu benennen. Siehe auch Text Lebenslauf- und Inhaltsstruktur.  Dabei hilft:

Education Permanente

Ihr erarbeitetes Ressourcenangebot ist der Status quo. Ohne Weiterbildung auf unterschiedlichen Ebenen droht Stagnation. Möglichkeiten:

  • Periodisches Ermitteln von Weiterbildungsbedürfnissen
  • Pflege der Spezialitäten durch Lesen von Fachliteratur, Besuch von Informationsveranstaltungen, Austausch mit andern Fachleuten und so weiter
  • Teilnahme an Interessen-Gruppen und Foren auf Plattformen wie zum Beispiel XING

Die Plattformen

Unter der grossen Anzahl von Plattformen, die unter dem Begriff «Social Media» firmieren, sind für die Stellensuche einige speziell interessant: XING, Linkedin als Business Networks und teils Facebook – siehe Linkliste.

Bei Linkedin und XING muss entschieden werden, ob eine kostenlose Basis-Mitgliedschaft ausreicht oder die kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft für die gewünschte Nutzung erforderlich ist.

Die Netzwerke bieten die Möglichkeit, aufgeschaltete Profilteile, Informationen, Mitteilungen limitiert zugänglich zu machen. Es lohnt sich, diese Möglichkeiten gut zu prüfen und zu nutzen.

Social Media als öffentlicher Marktplatz

Ob Sie an einem oder an mehreren Netzwerken teilnehmen: Es gilt zu bedenken, dass eine Fülle von Informationen über Sie im weltweiten Netz sichtbar werden und verknüpfbar sind. Was einmal im Internet veröffentlicht wurde, verschwindet so schnell nicht mehr – selbst, wenn Sie die Inhalte ändern. Das Netz vergisst nichts.

Einstieg in ein Business-Network

Ein Profil eintragen geht rasch. Länger geht es, sich einen Kreis guter Kontakte aufzubauen und Aktivitäten zu entwickeln, die wahrgenommen werden. Es lohnt sich also, damit nicht erst unmittelbar vor der Stellensuche zu starten.

Profil

Verfassen Sie ein authentisches Profil. Profile in verschiedenen Medien und in Ihrem Lebenslauf sollen übereinstimmen.

Kontakte

Haben Sie eine Mitgliedschaft eingetragen, ist es via die meisten Plattformen möglich, seine E-Mail-Adress-Datenbank nach Mitgliedern der Plattform abzufragen. So können Sie Mitglieder, die Sie bereits von anderswo kennen, auf der Plattform um Kontakt bitten. Tun Sie das selektiv: Sind es Leute, die Sie weiterempfehlen werden, die bezüglich Interessen, Fachgebiet, Bildung, Beschäftigung auf Ihrer Linie sind, die in Unternehmen tätig sind, die Sie interessieren, die Sie als Referenzpersonen unterstützen könnten?

Kontaktpflege

Die Profile Ihrer Kontakte können Hinweise über interessante Arbeitgeber, Produkte, Technologien, Bildungswege geben. Suchen Sie nach Unternehmen und Mitarbeitenden, die sich in Ihrem Wunschmarkt innovativ verhalten, zukunftsorientiert handeln. So finden Sie Rechercheziele.

Profil, Zielsetzungen und andere Inhalte

Das Wie und die Bestimmung geeigneter Inhalte werden unter be-Werbungs-Technik behandelt (Kernprofil, Zielsetzungen, Spontan-be-Werbung). Wichtig sind:

  • Authentizität
  • Geradlinigkeit
  • Kongruenz verschiedenenorts publizierter Daten
  • Knappheit und Präzision
  • Ziel- und Zukunftsgerichtetheit

Mögliche zukünftige Arbeitgeber recherchieren über Sie

Was Sie in einer Business-Plattform publizieren, machen Sie mit Absicht und Ziel. Wenn Sie auch auf andern Plattformen Mitglied sind und dort eher ihre privaten Aktivitäten ins Zentrum stellen, dann bedenken Sie, dass auch Personalfachleute überall Zugriff haben. Man wird das nutzen, um mehr über Sie zu erfahren.

  • Achten Sie also auf Ihre Privatsphäre-Einstellungen.
  • Stellen Sie nur Privates ohne Zugriffsbeschränkung ins Netz, das Sie auch in einem Vorstellungsgespräch vertreten können.
  • Formulieren Sie Berufliches übereinstimmend im Kontext mit Profil, Lebenslauf und mittelfristigen Laufbahnplänen.
  • Gesamthaft ist Sachlichkeit, Zurückhaltung und gezielte Offenheit angebracht.
  • Von Interesse sind die sprachliche Formulierung, Gewichtung und Strukturierung Ihrer Inhalte.
  • Es interessiert auch die aktive Nutzung der Mitgliedschaft durch Teilnahme an Fachgruppen, eigenes Publizieren und anderes.
  • Die Trennung oder Durchmischung von Beruflichem und Privatem kann aufschlussreich sein.
  • Die Art und Vernetzung der Kontakte sagt etwas über Sie aus.
  • Gerade bei Facebook ist Zurückhaltung angemessen. Man kann zwar annehmen, dass Sie bei einer recherchierenden Personalfachperson nicht mit jedem privaten Partybild in Misskredit geraten. Es ist eher so, dass ab einem gewissen Umfang und einer bestimmten Art und Weise des Auftritts ein positives Bild von Ihnen Risse bekommen kann.

Recherche in Social Media

Der Vorgang des be-Werbens wird in diesem Ratgeber als «Werbung» für sich dargestellt. Die Recherche kann in dieser Logik dagegen als «Public Relations», als Öffentlichkeitsarbeit für sich verstanden werden. Für die Recherche sind Social Networks ideal geeignet. Das Finden von Fachleuten, die als mögliche Kontakt- und Informationspersonen geeignet sind, gelingt in Business Networks verhältnismässig einfach.

Umgang mit Social Media

Wenn Sie den oben stehenden Text gelesen haben, ist Ihnen schon manches über den Umgang mit Netzwerken aufgefallen.

Was unter dem Titel «Social Media als öffentlicher Marktplatz» steht, ist einer der zentralen Aspekte. Keinen Einfluss haben Sie hingegen auf die Software-Schwächen, die immer wieder aufgedeckt werden. Schwächen, die Hackern es erlauben, den Passwortschutz zu unterlaufen. Das heisst, dass Zurückhaltung auch da geboten ist, wo Sie Daten nur einem Teil der Kontakte zugänglich machen. Wenn irgendetwas nicht öffentlich bekannt werden soll, gehört es wohl grundsätzlich nicht auf die Plattform eines Netzwerkes.

Die Netzwerk-Unternehmen verpflichten zum Teil die Teilnehmer zu wenig kundenfreundlichen Bedingungen. Wie Netzwerkbetreiber die Weitergabe von Daten handhaben, gibt auch immer wieder zu Diskussionen Anlass. Überdies werden Sie teils mit Werbung, die auf Ihr Profil zugeschnitten ist, beglückt.

Lesen Sie die Allgemeinen Bedingungen sorgfältig und informieren Sie sich im Internet, bei Konsumentenschutzorganisationen über Aktuelles und Hintergründe. Dann gilt es wohl in bestimmten Fällen abzuwägen, ob der Nutzen die Nachteile überwiegt.

Wenn Sie zu einem positiven Entscheid gekommen sind, können Sie loslegen. Mit der Standortbestimmung oder wenn Sie Ihr Kapital und Ihren Kurs bereits kennen mit der Profil-Formulierung.

Tipp: Erarbeiten Sie das Profil als eine Sammlung kleiner Module in einem Textdokument mit ausgeschalteter Trennungsautomatik. Sie können diese dann in beliebiger Kombination und nach Bedarf in ein Online-Formular einlesen.

Einmal aufgeschaltet auf einer oder mehreren Plattformen, werden Sie bald merken, dass Profil-, Kontaktpflege und Kontaktschaffung grossen zeitlichen Aufwand bedeuten. Es wird eine Gratwanderung sein und stets wieder Ihre Entscheidung fordern, wie viel Sie investieren wollen. Eins aber ist sicher: Es wird kaum etwas bringen, nur ein Profil zu platzieren und zu warten, bis man Ihnen Angebote macht.

Siehe auch Literaturverzeichnis.

Erarbeiten Sie das Profil als eine Sammlung kleiner Module in einem Textdokument mit ausgeschalteter Trennungsautomatik. Sie können diese dann in beliebiger Kombination und nach Bedarf in ein Online-Formular eingeben.

3

Umsetzung